Kleiner Pressespiegel zur Bertelsmann-Nachhilfe-Studie

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Hier haben wir sie wieder aufgefrischt: die Diskussion um private, kommerzielle Nachhilfe. Der Grund ist die von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Studie, nach der etwa 1,1 Millionen Schüler jährlich Nachhilfe nehmen und deren Eltern damit etwa 0,9 bis 1,4 Milliarden Euro bezahlen. Hier ein kleiner Pressespiegel mit Meinungen, Zitaten und Kommentaren zur Studie.

“In Baden-Württemberg nehmen mehr Schüler Nachhilfe-Unterricht als in Mecklenburg-Vorpommern. Bereits in der Grundschule werden die Extrastunden in Anspruch genommen, vor allem am Ende, wenn es um die Empfehlung für die weiterführende Schule geht.” (tagesschau.de)

Der Kölner Stadt-Anzeiger stellt besonders die Kritik am Schulsystem heraus:

“Da niemand gerne unnötig Geld ausgibt (selbst die nicht, die genug davon haben), bedeuten Millionen für Nachhilfe: Eltern trauen der Schule nicht zu, ihre Kinder angemessen zu fördern.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

Außerdem stellt die Studie einen weiteren Aspekt fest, der in ersten Berichten oft vernachlässigt wurde:

“Internationale Beispiele wie Kanada oder die Niederlande zeigen, dass es auch ohne die Schattenschule geht. Denn dort kommen die Schüler laut Bertelsmann-Stiftung weitgehend ohne Nachhilfe aus und haben nach einem anstrengenden Schultag Zeit, ganz entspannt mit ihren Freunden im Einkaufszentrum rumzulungern.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

Schlussendlich ist der Großteil der Artikel, die ich zu diesem Thema lesen konnte, äußerst “schulkritisch” und nörgelt an unserem Schulsystem rum (was in gewisser Weise durchaus verständlich ist) – aber wer bitteschön ist denn mal “nachhilfekritisch”?

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Auch die Schweizer kommen nicht mehr ohne aus …

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Aus einem Bericht von 20minuten wird deutlich, dass auch in der Schweiz 63% der Schüler kommerzielle Nachhilfe in Anspruch nehmen müssen. Zum ersten Mal wurde in der Schweiz eine solche Studie durchgeführt:

“Experten sind alarmiert: «Das Einkommen entscheidet, ob ein Kind Nachhilfe bekommt oder nicht», sagt Studienautor Stefan Wolter: «Ein Teil der Bildung ist käuflich.»
Bei der Studie wurden ausschliesslich Schweizer Eltern befragt. Stefan Wolter ist überzeugt, dass unter Einbezug der Ausländerkinder die Chancenungleichheit noch krasser ausfallen würde. Immerhin: die Studie zeigt, dass die Schulbildung der Eltern keinen Einfluss darauf hat, ob der Nachwuchs zusätzlichen Förderunterricht braucht oder nicht.” (Quelle, Hervorhebungen von mir)

 

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