Interview: Mirko Mieland (Legasthenietrainer)

Schlagwörter:, , , Marketing & Kunden gewinnen, Serien, Vorstellungen 11 September, 2008

In loser Folge möchte ich von nun an Nachhilfeanbieter und Lerntherapeuten hier auf dem Blog vorstellen und Ihnen, liebe Leser, Gelegenheit geben, Einblicke in deren Arbeitsweisen und natürlich insbesondere auch in deren Maßnahmen zur Kundengewinnung zu bekommen. Diese Vorstellungen werde ich in Interviewform veröffentlichen, da ich denke, dass man dadurch einen noch intensiveren und vor allem persönlicheren Eindruck erhält. Wenn Sie auch gerne interviewt werden möchten, schreiben Sie mir eine E-Mail an info@nachhilfeanbieter.de.

Mirko Mieland, Diplomierter Legasthenietrainer

Herr Mieland, Sie sind Diplomierter Legasthenietrainer und selbst im Vorstand des Dachverbands Legasthenie Deutschland ehrenamtlich aktiv. Wie ist es dazu gekommen?

Als ich 2004 mein Anerkennungsjahr für den staatl. anerkannten Erzieher in einer heilpädagigschen Tagesgruppe für verhaltensauffällige Kinder absolvierte, fiel mir oftmals auf, dass viele Kinder, die sonst sehr intelligent waren, Probleme in den Bereichen Schreiben und Lesen hatten. Schnell merkte ich, dass diesen Kindern mit „normalen Lernmethoden“ nicht geholfen werden kann. Um mich über diese Lernprobleme schlau zu machen, informierte ich mich in diversen Fachbüchern und dem Internet und stieß so auf die Problematik Legasthenie und fand darin dann eine Erklärung. Schon kurze Zeit später suchte ich nach Aus- und Weiterbildungen in diesem Bereich und fand das Fernstudium zum diplomierten Legasthenietrainer. Nun hatte ich Methoden erlernt, den betroffenen Kindern zu helfen.

Und da mir immer mehr klar wurde, dass die Öffentlichkeit (auch Lehrer und andere Pädagogen) nicht genügend aufgeklärt ist, beschloss ich, mich ehrenamtlich im Dachverband Legasthenie Deutschland zu betätigen. Diesen Verband fand ich von Anfang an gut, da dort kein Kommerz zu „riechen“ ist und sich für die Belange der Betroffenen eingesetzt wird.

Worin liegt Ihrer Meinung nach die besondere Anforderung für den Lehrer/Trainer bei der Arbeit mit legasthenen Kindern?

Besonders wichtig ist es meiner Meinung nach zu wissen, dass es nicht die Legasthenie gibt. Jedes legasthene Kind hat seine spezielle Problematik. Diese muss man erkennen und dann mit verschiedenen Methoden diese Problematiken fördern. Eine weitere Anforderung an Lehrer/Trainer sehe ich auch in der eigenen Wissbegierde – der Lehrer/der Trainer muss sich sehr für pädagogisches Material interessieren – und diese auch sinnvoll einsetzen. Materialien müssen nicht teuer sein – auch können diese manchmal kostengünstig selbst hergestellt werden.

Können „normale“ Nachhilfeanbieter diese Arbeit auch leisten?

Nein, dass können Sie nicht – es sei denn, Sie haben eine Weiterbildung absolviert. Aber dann wird der Nachhilfeanbieter das auch nicht als Nachhilfe anbieten.
Legasthene Kinder haben keine falschen Lernmethoden entwickelt oder gar Unterrichtsstoff verpasst, sie haben einen anderen Zugang zu den Buchstaben – hervorgerufen durch differenzierte Sinneswahrnehmungen.

Gemeinsam mit Lars-Michael Lehmann haben Sie die Legasthenie-Coaching-Agentur gegründet. Wie sieht dort Ihre Arbeit aus und was haben Sie sich für die nahe Zukunft vorgenommen?

In der Legasthenie Coaching Agentur bin ich zuständig für das Training, den Vertrieb und das Herstellen von Materialien, sowie für die Aufklärung. Viele Anfragen von Betroffenen gehen bei uns ein und viele suchen kompetente Ansprechpartner in Ihrer Nähe – dort vermitteln wir dann weiter. Da wir auch viele Anfragen von Trainern erhalten, die sich bislang nicht etablieren konnten, haben wir uns entschlossen, die Marke Legasthenie Coaching auch als Lizenz anzubieten. Wir haben uns vorgenommen, die Qualität von  Legasthenietrainern in Deutschland bekannt zu machen – oftmals werden diese nämlich leider unterschätzt. Auch wollen wir verschiedene Fachkräfte und die Öffentlichkeit aufklären – zum Wohle legasthener Menschen.

Sie sind auch ein sehr aktiver Blogger und haben gerade Ihr neues Projekt LRS-Portal.net vorgestellt. Nutzen Sie diese Kanäle auch zum Marketing oder wie gewinnen Sie Kunden für Ihre tägliche Arbeit?

Über das LRS-Portal.net gewinnen wir eher selten Kunden – hier kommen eher Anfragen für andere Kollegen, die wir mit dem Portal ja auch bewerben wollen. Unsere Kunden stammen hauptsächlich durch „Mund-zu-Mund-Propaganda“ oder dadurch, dass wir von einigen Jugendämtern als Leistungsanbieter anerkannt sind.
Durch meinen Legasthenie-Blog kamen einige Anfragen und somit neue Kunden. Ich empfinde die Möglichkeit der (indirekten) Werbung durch Weblogs auch sehr gut – denn ein Weblog zeigt durch seine eigenen Beiträge ja auch seine eigene Meinung zu bestimmten Themen  und so können sich evtl. Kunden schon einmal einen Überblick verschaffen, ob eine Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes klappen könnte bzw. vorstellbar wäre.
Anfangs haben wir natürlich auch Anzeigen in Zeitungen geschaltet – diese brachten jedoch nicht viel –  außer Kosten. Heute stellen wir eher Pressemitteilungen ein, die kostenlos sind, oder geben Interviews.
Was ich auch erkannt habe, ist, dass viele Kunden durch einfache Alltagssituationen entstehen können. Beispielsweise beim Small-Talk im Supermarkt. Hier setze ich dann auch gezielt Flyer und Visitenkarten ein, die ich eigentlich immer und überall dabei habe. Wahllos verteile ich diese, wie am Anfang meiner Tätigkeit, nicht mehr.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen für Arbeits- und Unterrichtsmaterial?

Am meisten nutze ich die oben genannten Weblogs von anderen Trainern oder auch die Internetseiten der verschiedenen Legasthenieverbände. Oftmals bekomme ich dort schon Ideen – auch für Sachen, die man kostengünstig oder gar kostenlos nutzen kann. Auch habe ich einiges an Fachliteratur und Übungsmaterialien, welches ich immer wieder benutze – vieles ist von Legasthenietrainern selbst entwickelt. Sehr gerne setze ich auch Materialien der Montessori-Pädagogik ein, da dieses die Sinne anspricht und fördert.

Vielen Dank für Ihre Zeit und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!

Vielen Dank für das Interview!

 

Kontaktmöglichkeit:
Legasthenie Coaching, Mirko Mieland, Kleine Gartenstraße 9, 14776 Brandenburg
Mobil: 0162 – 8443712, Fax: 01212-5-981-35-704, E-Mail: info@legasthenie-brandenburg.de

 

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Ein Kommentar zum Thema “Interview: Mirko Mieland (Legasthenietrainer)”

  1. Interview beim Nachhilfeanbieter-Blog « Portal rund um die Themen Legasthenie, LRS, Dyskalkulie und allgemeine Lernprobleme sagt:

    [...] David Gerlach vom Nachhilfeanbieter-Blog hatte mich um ein kurzes Interview gebeten, wozu ich natürlich gerne bereit war. Hier können Sie es lesen. [...]

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